Männer Medizin

Nach den neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegt dieLebenserwartung für ein männliches Neugeborenes in Deutschland bei ca. 74 Jahren, für ein neugeborenes Mädchen bei ca. 80,3 Jahren – ein Unterschied von im Schnitt 6,3 Jahren. Warum ist das so? Warum sterben Männer so viel früher als Frauen? Unter anderen werden genetische und hormonelle Faktoren, Mechanismen der Streßverarbeitung, psychische Einflüsse und Ernährungsverhalten als Ursachen diskutiert. 

 

Um etwas an der ungünstigen Situation für die Männer zu ändern, müßten sie vermutlich Gesundheitsbewußtsein, Risikoverhalten, Lebensstil und Ernährung ändern. Um das zu erreichen, müssten Männer dann noch motiviert, mit medizinischem Sachverstand informiert und mit System angeleitet werden. Ist das einem Männerarzt möglich? 

 

Eine solche Anleitung könnte zum Beispiel bei der Ernährung ansetzen. Männer und Frauen unterscheiden sich schon im frühen Lebensalter in ihren Eßgewohnheiten. Jungen bevorzugen Salz, Fett und Zucker in ihrer Ernährung, Mädchen nehmen häufiger Obst und Gemüse zu sich. Männer in Industriegesellschaften wie den USA, die zwischen 30 und 50 Jahren alt sind, ernähren sich eher von Fleisch, Brot und Alkohol, wohingegen Frauen dort Obst, Joghurt und Kaffee bevorzugen, wie "Epidemiology" (3, 1992, 194) berichtet hat. Ein größeres Bewußtsein der Männer für die aufgenommene Nahrung wäre hier nötig. Ein Männerarzt könnte dazu beitragen. 

 

Gemäß Statistischem Jahrbuch sind Männer unter 50 Jahren häufiger adipös als Frauen dieser Altersgruppe. 18,6 Prozent der Männer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren hatten 1995 einen Body-Mass-Index (BMI) über der Adipositas-Grenze von 30, bei den gleichaltrigen Frauen betrug die Adipositas-Häufigkeit 10,8 Prozent. Ähnlich ungünstige Daten für jüngere Männer lassen sich für den hohen Blutdruck und für Fettstoffwechselstörungen anführen. 

 

Rechtzeitige Diagnose beim Arzt könnte in diesem Fall die Lage der Männer bessern. Es gibt demnach bereits Ansätze dafür, wie die ungünstige Lebenserwartung von Männern verbessert werden könnte.

Infertilität und unerfüllter Kinderwunsch

Die Ursachen für das Ausbleiben einer Schwangerschaft nach einem Jahr Wartezeit oder länger liegen zu gleichen Teilen bei Mann oder Frau oder es bestehen Probleme bei beiden Partnern.

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Durch entsprechende Untersuchungen soll herausgefunden werden, welche Ursache auf Seiten des Mannes zum Ausbleiben einer Schwangerschaft beitragen können. Hierzu gehören die Befragung,  körperliche Untersuchung, Ultraschall, Hormonuntersuchung sowie die Erstellung eines Spermiogrammbefundes.

Die häufigsten Gründe für Infertilität bei Mann und Frau

Andrologie | Ursachen beim Mann

  • Störungen der Spermienbildung im Hoden z.B. nach Hodenhochstand, aufgrund von Hormonstörungen, durch genetische Ursachen 
  • Veränderungen der ableitenden Samenwege z.B. durch Entzündungen, nach Operationen, bei genetischen Ursachen 
  • Störungen der Hodendurchblutung
  • Hodentumore
  • Störungen des Befruchtungsvorganges z.B. durch Spermienantikörper, Medikamenteneinnahme, Umwelteinflüsse, Rauchen, Allgemeinerkrankungen
  • Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Gynäkologie | Ursachen bei der Frau

  • Störungen der Eizellreifung und / oder des Eisprunges
  • Störungen der Eileiterfunktion Fehlende oder blockierte Eileiter
  • Endometriose
  • Myome der Gebärmutter
  • Störungen des Befruchtungsvorganges z.B. durch Spermienantikörper, Medikamenteneinnahme, Umwelteinflüsse, Rauchen, Allgemeinerkrankungen
  • Störungen der Sexualfunktion

Spermiogramm

Die Zusammensetzung des Spermas

Das Sperma besteht hauptsächlich aus dem Sekret der Prostata und der Samenbläschen. Nur ein geringer Teil des Ejakulats kommt aus den Hoden. Um eine Aussage über die „Qualität“ des Spermas machen zu können, müssen verschiedene Vorausetzungen bei der Untersuchung erfüllt werden:

 

  • Spermiogramm nach 3-5 Tagen Enthaltsamkeit
    Nach längerer sexueller Enthaltsamkeit ist sowohl das Volumen der Samenflüssigkeit als auch die Anzahl der Spermien erhöht. Dies lässt sich jedoch nach 5 Tagen nicht mehr wesentlich steigern. Untersuchungen zur Spermaqualität (Spermiogramm) werden deshalb nach 3-5 Tagen sexueller Enthaltsamkeit (Karenz) durchgeführt.

 

  • Spermiogramm wiederholen
    Es sollten in der Regel zwei Ejakulatuntersuchungen im Abstand von 4 bis 12 Wochen durchgeführt werden, da sich die Qualität des Spermas wegen der langen Entwicklungszeit der Samenzellen von bis zu 90 Tagen ändern kann.

 

Die WHO gibt in ihren Richtlinien von 2010 für ein Spermiogramm u.a. für die Menge des Ejakulates, die Spermienanzahl sowie deren Gestalt und Beweglichkeit an.

 

Eine Einschätzung, ob die Spermien die Ursache der Kinderlosigkeit sind, kann nur aus der Summe der Untersuchungen von Qualität und Quantität der Spermien ermittelt werden.

 

Ein kritischer Punkt in der Erstellung eines Spermiogramms ist die Qualitätssicherung. Da bei der Spermienanalyse, also der Beurteilung der Morphologie, der Konzentration und der Geschwindigkeit, keine Standards verwendet werden können, sind die Ergebnisse abhängig von der geschulten Betrachtung des Untersuchers.

In unserer Praxis werden die Spermiogramme daher nach dem Qualitätssicherungsprogramm (QuaDeGA)* der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA) durchgeführt.

 

*Qualitätskontrolle der Deutschen Gesellschaft für Andrologie

Impotenz | Erektionsstörung

(lat. Unfähigkeit - als Gegensatz zur Potenz) bezeichnet im Allgemeinen deutschen Sprachgebrauch die Unfähigkeit von Männern, eine Erektion zu bekommen oder aufrecht zu halten.

Bedeutung

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist eine schwerwiegende Erkrankung. Nahm man noch vor wenigen Jahren vorwiegend psychische Ursachen wie Stress an, so weiß man dank moderner Untersuchungsmethoden heute, dass in der überwiegenden Mehrzahl organische Leiden eine Rolle spielen. Die ED ist häufig auch Vorbote anderer, noch schwerwiegenderer Erkrankungen und sollte daher immer untersucht werden. Untersuchungen zeigen, dass die ED oftmals ein Vorbote von Herzinfarkten und Schlaganfällen sein kann, da die Blutgefäße des Penis denen des Herzens ähneln. Eine durch den Urologen diagnostizierte ED sollte daher auch vom Hausarzt/ Internisten mit abgeklärt werden. Leider gehen aus falscher Scham viele Betroffene zunächst nicht zum Andrologen. Oft aber ist eine rasche - bei Verletzungen sofortige - Untersuchung erforderlich, um Langzeitschäden zu vermeiden. Der Betroffene sollte daher schnell über seinen Schatten springen; nur so besteht die Chance, die Ursachen der Erektionsstörung zu ermitteln und erfolgreich wiederherstellen zu können.

Andrologie lässt sich wörtlich als „Männerkunde“ übersetzen. Dieses Spezialgebiet der Medizin befasst sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes und deren Störungen. Somit ist Andrologie die männliche Entsprechung der Gynäkologie.

Vasektomie

Die Vasektomie bezeichnet die Sterilisation des Mannes. Bei diesem einfachen Eingriff werden die Samenleiter durchtrennt. Die Funktion der Hoden (Hormonproduktion) bleibt erhalten. Die Fähigkeit zur Gliedsteife (Erektion) und Samenerguss sowie auch das sexuelle Interesse (Libido) wird nicht beeinflußt. Das Ejakulat enthält aber keine Samenzellen, eine weitere Vaterschaft ist damit beinahe zu 100% ausgeschlossen. Die sich weiterhin bildenden Samenzellen bleiben im Nebenhoden und werden dort vom Körper abgebaut. 

Die Vasektomie gilt als die derzeit sicherste, effektivste und vergleichsweise einfache Methode zur Empfängnisverhütung.

 

Die Operation ist unkompliziert und wird ambulant (vor dem kleinen Eingriff ist Essen erlaubt) unter örtlicher Narkose (lokale Betäubung am Hodensack) oder auf Wunsch auch unter Sedationsnarkose (d.h. Schlafen während des Eingriffes), bei uns in der Praxis durchgeführt. Dazu werden über zwei kleine Hautschnitte ( ca. 5mm) am Hodensack die Samenleiter freigelegt und ein je ca. 2cm langes Stück des Samenleiters entfernt. Die Enden werden verödet und vernäht. Der gesamte Eingriff dauert etwa eine halbe Stunde. 

 

In äußerst seltenen Fällen wachsen, auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes, die getrennten Enden des Samenleiters wieder zusammen (Rekanalisation), so dass die Zeugungsfähigkeit wieder hergestellt ist.

 

Auch nach dem Eingriff bleiben Sie solange fruchtbar, bis der Samenerguss spermienfrei ist. Erst wenn zwei aufeinander folgende Proben keine Samenfäden mehr enthalten (frühestens nach 6-8Wochen), sind Sie unfruchtbar.

 

 

Mehr erfahren Sie unter: www.vasektomie.de oder  www.vasektomie-experten.de

 

Wenn Sie Fragen zur Vasektomie, (z.B. Kosten, Kontrolluntersuchungen) haben, sprechen Sie uns an!